Baukasten für Deutschlands und Europas erstes Wasserstoffleitungsnetz

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Das Bundeswirtschaftsministerium und sein Amtskollege im Freistaat Sachsen haben Deutschlands und Europas erstes Netz von Wasserstoffleitungen angekündigt. Im Osten des Landes wird bald mit dem Bau begonnen. Ontras mit Sitz in Leipzig plant, bis 900 ein Pipelinenetz mit einer Länge von über 2030 Kilometern aufzubauen. Dies geschieht hauptsächlich durch die Nachrüstung bestehender Erdgastransportinfrastruktur.

Laut Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig handelt es sich dabei um die Projekte „Doing hydrogen“ und „Green Octopus Mitteldeutschland“. Sie werden durch das EU-Programm IPCEI (Important Projects of Common European Interest) finanziert. Das Projekt wird Sachsen zu einem Tor für den Scale-up einer europäischen Wasserstoffwirtschaft machen.

Die Turbulenzen auf den europäischen Energiemärkten wurden laut Dulig maßgeblich durch Russlands Krieg gegen die Ukraine verursacht. Daher hat sie die frühzeitige Vorbereitung nachhaltigerer Alternativen für Unternehmen mit Wasserstoff „zu einer der zentralen Aufgaben dieses Jahrzehnts“ gemacht.

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Europas erstes Netz von Wasserstoffpipelines

Die sächsische Landesregierung will eine flächendeckende Versorgungskette für grünen Wasserstoff aufbauen, die die politischen Ziele Klimaschutz, Versorgungssicherheit und mehr Energieunabhängigkeit vereint. Das ostdeutsche Projekt werde Teil einer größeren „European Hydrogen Backbone“-Infrastruktur, teilte das Ministerium mit. Folglich wird es Verbindungen zu Wasserstoff-Importterminals in der Nord- und Ostsee haben.

Ontras, ein Netzbetreiber, betonte, dass ein Wasserstoffnetz mitwachsen müsse. Dies ermöglicht zusammen mit anderen Infrastrukturelementen die vollwertige Industrie des Landes. „Unsere Forderung an die Politik ist, dafür schnellstmöglich verbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen“, teilte das Unternehmen mit.

Aktuellen Medienberichten zufolge plant die Bundesregierung, ihre Nationale Wasserstoffstrategie zu überarbeiten. Folglich wird es dazu beitragen, die Ziele für den schnellen Ausbau der Elektrolysekapazität des Landes bis 2030 zu festigen. Mit einem Regierungswechsel seit der Umsetzung der Strategie aktualisiert das Wirtschaftsministerium die Strategie vorzeitig mit dem Ziel, sie im Januar 2023 zu verabschieden.

Pläne für neue nationale Pipelines, Wasserstoffspeicherkonzepte, Importstrategien und internationale Wasserstoffinfrastruktur sind alle Teil der Überarbeitung.